Die Sylt-Saga 03 - Hotel Freiheit by Pauly Gisa

Die Sylt-Saga 03 - Hotel Freiheit by Pauly Gisa

Autor:Pauly, Gisa [Pauly, Gisa]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Heyne Verlag
veröffentlicht: 2023-03-14T00:00:00+00:00


38

April 2020, Sylt

Alisia starrte David an, Romy starrte zu Alisia, David starrte auf einen Fleck auf der Tischdecke. Schließlich richtete er den Blick auf Alisia. »Sie können keine Noten lesen?«

Sie schüttelte den Kopf, und Romy flüsterte: »Ich auch nicht.«

Auf der anderen Seite des Tisches gab Hajo die Geschichte zum Besten, wie sein damaliger Schwiegervater, der erste Mann von Brit Rensing, ihn zum Vorstellungsgespräch gebeten hatte. »Ich hielt ihn für einen besonders unvoreingenommenen Mann, aber in Wirklichkeit hatte er sich meine Bewerbung nur nicht genau angesehen. Er war völlig entgeistert, als ein Schwarzer im König Augustin erschien.«

Natürlich ließ Brit es sich nicht nehmen, die Geschichte aus ihrer Sicht zu erläutern. Währenddessen flüsterte Alisia im Schutz der lauten Stimmen: »Delia hat gesagt, sie wolle es vernichten. Etwas, das bei ihr versteckt ist.«

David fragte nicht, woher sie Delia kannte und warum sie wusste, was Delia vorhatte. »Sie muss etwas anderes gemeint haben.«

Durch Romy ging ein Ruck, sie beugte sich mit einem Mal vor. »Wann wird bei Mike die Papiertonne geleert?«

Alisia riss die Augen auf, sie brauchte nicht lange nachzudenken. »Heute.«

»Um welche Uhrzeit?«

»Später Nachmittag. Mikes Haus ist immer das letzte. Das hat mir neulich einer der Müllwerker erzählt.« Sie grinste leicht. »Als Dank dafür, dass ich ihm ein Autogramm für seine Tochter gegeben habe.«

Die Uhr rückte soeben auf halb vier vor. Romy schob ihren Stuhl nach hinten. »Dann wird’s Zeit.«

Hajos Bitte auf nähere Erklärung kamen sie nicht nach. »Das erzähle ich euch später, Papa.« Mehr war auf die Schnelle nicht aus Alisia herauszubekommen.

»Du könntest heute Abend …«, begann Hajo.

»Ja, ja, vielleicht.«

Nun fiel Brit auf, dass ihre Freundin Romy schon gehen wollte. Aber auch ihr gelang es nicht, dafür eine Erklärung zu bekommen. Alisia warf der Kellnerin zu, die Rechnung gehe auf sie, was so viel hieß wie: Sie wird nicht bezahlt, weil ich die Tochter des Hauses bin.

Sie rannten auf den Ausgang zu, von verständnislosen Blicken verfolgt, und waren noch nicht an der Tür angekommen, als diese sich öffnete. Ein schriller Schrei zerschnitt das kultivierte Ambiente des König Augustin. Das hatte zwar in diesem Moment einiges von seiner Eleganz verloren, weil an dem langen Tisch in einer Ecke lauter als sonst geredet und gelacht wurde. Aber einen solchen Schrei hatte es nicht einmal gegeben, als der Oberkellner gemeldet hatte, in der Backstube habe es einen Kurzschluss gegeben, sämtliche Öfen seien kalt und die Torten darin nicht zu retten.

»Das ist sie!«

Alisia sah ein sehr junges Mädchen mit ausgestrecktem Zeigefinger auf sich zukommen, schlug einen Haken, um nicht von ihm aufgespießt zu werden, umrundete das Mädchen und die beiden Männer, die in ihrer Begleitung waren, wieselflink und hatte die Tür schon aufgerissen, als David und Romy noch zu erklären versuchten, warum Eile geboten war und man sich nicht mit Höflichkeiten aufhalten könne.

»Wir müssen nämlich ganz schnell …«

»… bevor die Müllabfuhr kommt …«

Alisia hörte noch, wie einer der Männer sagte: »Wir hätten uns doch besser vorher anmelden sollen.«

Während sie zu ihrem Auto hastete, David und Romy auf ihren Fersen, fiel ihr ein, dass sie diesen Mann kannte. Aber woher? Es wollte ihr spontan nicht einfallen.



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